Abendroutine: Wie du den Tag wirklich loslässt
Der Tag ist vorbei, aber irgendwie noch nicht. Du sitzt auf dem Sofa, die Küche ist halb aufgeräumt, das Handy liegt neben dir, und im Kopf läuft noch die Mail von 16 Uhr. Um elf gehst du ins Bett und merkst, dass nichts davon mit hochgegangen ist. Es liegt alles noch unten im Wohnzimmer und wartet.
So sieht bei den meisten der Abend aus. Nicht dramatisch, nur nie richtig zu Ende. Und genau das ist das Problem. Eine Abendroutine soll nicht entspannen, sie soll den Tag abschließen. Das ist ein Unterschied.
Warum der Tag nicht von allein aufhört
Früher hat der Tag eine Grenze gehabt, die man nicht selbst ziehen musste. Das Büro war zu, das Licht ging aus, die Nachrichten kamen um acht. Heute geht der Tag so lange, wie das Display leuchtet. Die Arbeit ist mit im Wohnzimmer, die Freunde sind in der Hosentasche, und der Feierabend ist eine Behauptung.
Wenn niemand die Grenze zieht, zieht sie keiner. Der Körper kann nicht wissen, dass Feierabend ist, wenn du um 22 Uhr noch dieselben Dinge tust wie um 15 Uhr, nur liegend. Deshalb bringt Entspannung obendrauf so wenig. Ein Bad, ein Tee, eine ruhige Serie, das ist alles angenehm, aber es beendet nichts. Der Tag läuft darunter weiter.
Erst zumachen, dann runterkommen
Was wirklich hilft, ist unspektakulär: eine Handlung, die klar sagt, jetzt ist Schluss. Ein Zettel zum Beispiel. Alles, was morgen noch dran ist, kommt auf ein Blatt, und zwar in dem Moment, in dem der Laptop zugeht. Nicht im Kopf behalten, nicht auf später verschieben. Aufschreiben, weglegen, fertig. Das dauert drei Minuten und nimmt dem Abend einen Großteil des Rauschens.
Wer das einmal macht, merkt schnell, warum der Kopf abends kreist. Er hält Dinge fest, weil er Angst hat, sie zu vergessen. Steht es auf dem Zettel, darf er loslassen. Es ist ja versorgt.
Danach kommt der zweite Schnitt, und der ist das Handy. Nicht ausschalten, nicht in einen anderen Raum verbannen, das hält niemand durch. Aber eine Uhrzeit, ab der es nicht mehr in die Hand genommen wird. Was du in einer Stunde Abend ohne Bildschirm mit dir anfängst, fühlt sich anfangs seltsam leer an. Das legt sich. Wie kleine Pausen ohne Handy im Alltag aussehen können, ohne dass es nach Verzicht aussieht, haben wir in Digital Detox ohne Verzicht: Kleine Pausen im Alltag beschrieben.
Der Körper muss auch Feierabend haben

Nach acht Stunden Sitzen ist der Rücken irgendwo zwischen Schulterblättern und Lendenwirbeln festgezurrt. Das merkt man nicht, solange man weiter sitzt. Man merkt es, wenn man sich hinlegt und es trotzdem nicht weich wird.
Zehn Minuten am Boden reichen oft. Nicht als Programm, eher als Gegengewicht zum Tag. Leg dich mit dem Rücken längs auf den Bolster, sodass die Wirbelsäule aufliegt und die Arme nach außen fallen dürfen. Der Brustkorb öffnet sich, ohne dass du etwas dafür tun musst. Danach die Beine an die Wand, die Füße hoch, die Hände auf den Bauch. Mehr ist es nicht. Der Bolster nimmt das Gewicht, deshalb kann der Körper aufhören, sich zu halten. Das ist der Moment, in dem die Schultern von allein runtergehen.
Wer sich unsicher ist, ob ein Bolster oder ein Kissen besser passt, findet die Unterschiede in Meditationskissen oder Yogabolster: Was passt zu deiner Praxis?.
Dunkel machen, bevor es dunkel ist

Das Lavendel Augenkissen gehört für uns abends eher auf den Nachttisch als auf die Yogamatte. Es macht etwas, das kaum ein anderes Ritual so direkt schafft: Es schaltet das Sehen ab.
Solange die Augen offen sind, sucht der Kopf nach Reizen. Die Lampe, das Regal, der Stapel auf dem Stuhl. Mit dem Kissen auf den Augen ist da nichts mehr, nur ein leichtes Gewicht und der Geruch von Lavendel. Yvonne näht und füllt die Kissen von Hand, mit Leinsamen, rund 180 Gramm, gerade genug, dass man es spürt. Der Duft kommt von natürlichem Lavendelöl und ist nicht aufdringlich, eher wie ein Kräuterbeet nach einem warmen Tag. Fünf Minuten damit auf dem Rücken, am besten noch bevor du ins Bett gehst, und der Übergang ist da, ohne dass du etwas dafür tun musstest.
Wenn dich das Einschlafen selbst beschäftigt, weil du zwar müde bist, aber trotzdem liegst und wartest, dann lohnt sich ein Blick in Atemübungen zum Einschlafen: Wie Pranayama dich zur Ruhe bringt. Dort geht es um das, was passiert, wenn das Licht schon aus ist.
Was eine Abendroutine nicht braucht
Sie braucht keine 45 Minuten und keine Kerzen. Sie braucht auch keine feste Abfolge aus sieben Schritten, die an einem Dienstag mit Überstunden sowieso nicht klappt.
Sie braucht einen Anfang, der klar ist. Laptop zu, Zettel geschrieben, Handy weg. Und dann einen Körper, der mitbekommt, dass jetzt etwas anderes gilt als vorhin. Ob das der Bolster ist oder das Augenkissen oder beides, hängt vom Abend ab. Für alle, die das nicht jedes Mal neu zusammensuchen wollen, haben wir Matte, Bolster und Augenkissen als Abendritual-Set zusammengestellt. Nicht weil man alles drei braucht, sondern weil es dann einfach da liegt.
Wenn der Abend so endet, fängt der Morgen anders an. Was dann mit den ersten zehn Minuten des Tages passiert, steht in Morgenroutine gestalten: Dein ruhiger Start ohne Hektik. Und falls du solche Gedanken lieber ab und zu in Ruhe im Postfach hast, statt sie hier zu suchen: Für den Happy Soulletter kannst du dich unten auf der Seite eintragen.